
Mika Eckhardt•vor 3 Jahren Um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens einzuhalten muss die Energieerzeugung und Verteilung in Chemnitz an vielen Stellen grundlegend verändert werden. Diese Veränderungen passieren an vielen Stellen nicht von alleine, sondern basieren auf detaillierten Transformationsplänen, die auch für Chemnitz noch an vielen Stellen erarbeitet werden müssen. Insbesondere im Bereich der klimaneutralen Wärmeerzeugung, sowohl zentral (=Fernwärme) als auch dezentral, gibt es in der öffentlichen Debatte noch viel Unklarheit darüber, welche Technologien hier in Zukunft zum Einsatz kommen werden. Der Erstellung von Transformationsplänen kommt somit eine hohe Bedeutung zu, wenn es darum geht, Antworten auf solche wichtigen Fragen zu liefern. Entscheidend ist dabei, welche Annahmen diesen Plänen zu Grunde liegen, da diese das Ergebnis erheblich beeinflussen können. Ein Beispiel: Im Szenario 3A der "Bottom-Up Studie Wärmesektor" im Auftrag des Nationalen Wasserstoffrats wird davon ausgegangen, dass Wasserstoff vergleichsweise sehr günstig und Strom sehr teuer zur Verfügung stehen (im Vergleich zu anderen Klimaneutralitätsszenarien). Dies führt dazu, dass in diesem Szenario bis zu 2/3 der dezentralen Wärmeerzeugung wasserstoffbasiert stattfindet, während die meisten anderen unabhängigen Studien keine nennenswerte Rolle von Wasserstoff in der Gebäudewärme sehen (vgl. Jan Rosenow 2022). Um die Integrität der Pläne für Chemnitz beurteilen zu können, ist es also wichtig, die entsprechenden zu Grunde liegenden Annahmen zu kennen. Konkret würden mich folgende Größen interessieren:
Entwicklung der Preise von Wasserstoff (Großhandelspreise & Endkundenpreise, d.h. inkl. Verteilungskosten, Steuern, Gebühren und Marge)
Zeitliche Verfügbarkeit von Wasserstoff (Ab wann kann dieser aus einem vorgelagerten Netz bezogen werden, bis wann muss er lokal erzeugt oder per LKW transportiert werden? )
Entwicklung der Sanierungsraten für die energetische Sanierung von Gebäuden
Entwicklung des CO2-Preises (sowohl für den Energie- als auch den Gebäudesektor)
Entwicklung des Preises und der Preisvolatilität von Strom
Kosten für die Umrüstung des Gasverteilnetzes auf Wasserstoff (sowohl Netzinfrastruktur als auch verbraucherseitig)
Entwicklung der Flexibilität der Energienachfrage
Ich freue mich auf Ihre Antwort! Viele Grüße Mika Eckhardt