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Welche Technologie- und Preisannahmen werden für Zukunftsplanungen getroffen?

Von "Energie-Erzeugung und Projekte von eins: Ihre Fragen"

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Um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens einzuhalten muss die Energieerzeugung und Verteilung in Chemnitz an vielen Stellen grundlegend verändert werden. Diese Veränderungen passieren an vielen Stellen nicht von alleine, sondern basieren auf detaillierten Transformationsplänen, die auch für Chemnitz noch an vielen Stellen erarbeitet werden müssen. Insbesondere im Bereich der klimaneutralen Wärmeerzeugung, sowohl zentral (=Fernwärme) als auch dezentral, gibt es in der öffentlichen Debatte noch viel Unklarheit darüber, welche Technologien hier in Zukunft zum Einsatz kommen werden.

Der Erstellung von Transformationsplänen kommt somit eine hohe Bedeutung zu, wenn es darum geht, Antworten auf solche wichtigen Fragen zu liefern. Entscheidend ist dabei, welche Annahmen diesen Plänen zu Grunde liegen, da diese das Ergebnis erheblich beeinflussen können. Ein Beispiel: Im Szenario 3A der "Bottom-Up Studie Wärmesektor" im Auftrag des Nationalen Wasserstoffrats wird davon ausgegangen, dass Wasserstoff vergleichsweise sehr günstig und Strom sehr teuer zur Verfügung stehen (im Vergleich zu anderen Klimaneutralitätsszenarien). Dies führt dazu, dass in diesem Szenario bis zu 2/3 der dezentralen Wärmeerzeugung wasserstoffbasiert stattfindet, während die meisten anderen unabhängigen Studien keine nennenswerte Rolle von Wasserstoff in der Gebäudewärme sehen (vgl. Jan Rosenow 2022).

Um die Integrität der Pläne für Chemnitz beurteilen zu können, ist es also wichtig, die entsprechenden zu Grunde liegenden Annahmen zu kennen. Konkret würden mich folgende Größen interessieren:

  • Entwicklung der Preise von Wasserstoff (Großhandelspreise & Endkundenpreise, d.h. inkl. Verteilungskosten, Steuern, Gebühren und Marge)
  • Zeitliche Verfügbarkeit von Wasserstoff (Ab wann kann dieser aus einem vorgelagerten Netz bezogen werden, bis wann muss er lokal erzeugt oder per LKW transportiert werden? )
  • Entwicklung der Sanierungsraten für die energetische Sanierung von Gebäuden
  • Entwicklung des CO2-Preises (sowohl für den Energie- als auch den Gebäudesektor)
  • Entwicklung des Preises und der Preisvolatilität von Strom
  • Kosten für die Umrüstung des Gasverteilnetzes auf Wasserstoff (sowohl Netzinfrastruktur als auch verbraucherseitig)
  • Entwicklung der Flexibilität der Energienachfrage


Ich freue mich auf Ihre Antwort!

Viele Grüße

Mika Eckhardt

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Letztes Update: 24. Oktober 2023

Kommentare(3)

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Profil von Mika Eckhardt
Gepostet von:Mika Eckhardt
vor 3 Jahren
Guten Tag, nachdem ich am Wochenende den Vortrag beim Denk-Weiter Nachhaltigkeitskongress verfolgt habe (dessen Folien in leicht abgewandelter Form auch in diesem Portal zu finden sind, Danke!) sind für mich doch einige Fragen offen. Dort wurde erläutert, dass im Rahmen des Transformation 2045 Projekts drei Szenarien (Referenz, Elektrifizierung, Technologieoffenheit) erarbeitet und verglichen werden sollen, von denen letztendlich eines ("das Wahrscheinlichste") für weiterführende Untersuchungen ausgewählt werden soll. Dies verdeutlicht noch einmal, wie wichtig es ist, die Annahmen der verschiedenen Szenarien zu kennen, um deren Ergebnisse und die daraus resultierenden Pläne beurteilen zu können. Wie nun bei der Erstellung von drei konkreten Szenarien "Alle [Annahmen], die möglich sind" getroffen werden können, erschließt sich mir nicht. Zur konkreten Beschreibung eines Szenarios müssen nach meinem Verständnis auch konkrete Annahmen getroffen werden, andernfalls müsste eine ganze Szenario-Matrix erarbeitet werden. Dies wurde indirekt auch bestätigt: Es fiel die Aussage, dass beispielsweise in einem H2-Szenario von günstigeren Wasserstoffpreisen als in einem Elektrifizierungs-Szenario ausgegangen wird. Das ist schon eine erste Annahme, die ich kritisch hinterfragen möchte: Es ist natürlich logisch, dass günstigere H2-Preise langfristig dazu führen, dass die Nachfrage nach Wasserstoff steigt. Das bedeutet aber nicht, dass die Zusammenhänge auch einfach umgedreht werden können: Der Markt für grünen Wasserstoff befindet sich höchstwahrscheinlich über den größten Teil des Betrachtungszeitraumes im Projekt, evtl. sogar darüber hinaus, in einer Hochlaufphase. Der (heute schon hohen) H2-Nachfrage steht also nur ein begrenztes Angebot gegenüber, das nach und nach immer größer wird. Dementsprechend können die Anbieter von grünem Wasserstoff preissetzend agieren, solange diese Angebotsknappheit besteht. Diese Zusammenhänge werden z.B. hier beschrieben: https://www.hypat.de/hypat-wAssets/docs/new/publikationen/HyPAT_Working-Paper_01-2021.pdf Wie im Schulbuch-Marktplatz-Beispiel gilt dann auch in diesem Fall, dass eine steigende Nachfrage bei begrenztem Angebot zu steigenden Preisen führt. Dies zeigt sich beispielsweise auch in den Langfristszenarien daran, dass dort davon ausgegangen wird, dass in einem H2-Szenario aufgrund der höheren Preise deutlich weniger Wasserstoffverstromung stattfindet. Mein Anliegen, die zu Grunde liegenden Annahmen für die Szenario-Entwicklung zu kennen, ist also weiterhin aktuell. Und dabei wäre es natürlich wünschenswert, wenn sie diese vor Veröffentlichung der Ergebnisse bekanntgeben würden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Ergebnisse bis zu einer Überarbeitung der Annahmen als nicht belastbar angesehen werden müssen. Wie in obiger Antwort beschrieben handelt es sich bei den von mir angefragten Annahmen um Parameter, auf die eins keinen Einfluss nehmen kann, da diese von überregionalen, zum Teil sogar globalen Entwicklungen getrieben werden. Dementsprechend würde ich diese Daten auch nicht als "unternehmensintern" klassifizieren. Und selbst wenn seitens eins dazu eine andere Einschätzung vorliegt, wäre es mit Blick auf die Transparenz des Prozesses sinnvoll, zumindest ausgewählten Fachexpert*innen hierzu Einblicke zu gewähren. Andernfalls besteht die Möglichkeit, dass Ergebnisse nach Belieben in gewünschte Richtungen zu verzerrt werden. Viele Grüße Mika Eckhardt
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Profil von Mika Eckhardt
Gepostet von:Mika Eckhardt
vor 3 Jahren
Hallo miteinander, kann ich hier noch mit einer Antwort rechnen? Viele Grüße Mika
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@Mika Eckhardt Hallo Mika, vielen Dank für deine erneute Nachfrage bezüglich des Transformationsprojektes von eins. Vorwegnehmend ist festzuhalten, dass das Transformationsprojekt der Unterstützung der strategischen Unternehmensplanung der eins-Gruppe für den Zeitraum 2026 bis 2045 dient. Es geht im Kern um die Frage, in welche Anlagen zur Erzeugung von Energieträgern (Strom, Wärme und ggf. Wasserstoff) und deren Verteilung (Strom, Wärme, Gas bzw. Wasserstoff) eins zukünftig investieren möchte und wie die erforderliche Finanzierung sicherzustellen ist. Da eins die Entwicklung und die Hintergründe für diesen Transformationsplan transparent gestaltet, haben wir weiterführende Unterlagen auf dieser Beteiligungsplattform veröffentlicht. Wir werden über den Fortgang und die Ergebnisse des Projektes auch weiterhin hier informieren. Wie bei jeder strategischen Unternehmensplanung sind eine Vielzahl von Annahmen und Prognosen erforderlich, wobei angesichts der vielen exogenen Einflussfaktoren ein hohes Maß an Variationen vorliegt. Wie bereits ausgeführt, basieren unsere Annahmen und Prognosen insbesondere auf der Analyse der energiepolitischen Rahmenbedingungen und der wissenschaftlichen Studien im Kontext der Transformation. Ein fachabteilungsübergreifendes Expertenteam der eins-Gruppe erarbeitet darauf aufbauend in Zusammenarbeit mit renommierten Instituten und Forschungseinrichtungen den bestmöglichen Transformationsplan für eins sowie für die Verbraucher*innen und Unternehmen in unserem Versorgungsgebiet. Neben der hohen Transparenz dieses Projektes ist es in unserer Verantwortung, zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine noch detaillierten Planungsannahmen zu veröffentlichen oder zur Diskussion zu stellen. Ein Beispiel: Zu den künftigen Strom- oder Wasserstoffpreisen liegt in den Prognosen eine gewisse Spannbreite hinsichtlich der Entwicklung bis zum Jahr 2045 vor. Somit besteht hinsichtlich dieser Parameter ein Diskussionspotential bezüglich der angenommenen Werte. Diese Diskussionen führen wir im Kreis erfahrener Experten innerhalb der Branche um möglichst fundiert arbeiten zu können. Eine Diskussion der Parameter mit unterschiedlichen fachfremden Interessengruppen zur Validierung des Transformationspfades halten wir in dieser Tiefe für nicht zielführend. Die Entwicklung eines strategischen Unternehmensplans ist zudem ein unternehmensinternes Instrument, wobei unternehmerische Entscheidungen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Einflussfaktoren unter Abwägung von Chancen und Risiken getroffen werden. Die externe Legitimation und Mitwirkung bei Unternehmensentscheidungen von eins ist zusätzlich durch die Gremien abgesichert. Hinsichtlich der durch uns veröffentlichten Unterlagen stehen wir für Fragen und Diskussionen natürlich weiterhin gern zur Verfügung. Viele Grüße von eins energie in sachsen
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