@Matthias Taube
Sehr geehrter Herr Taube, vielen Dank für Ihre Ausführungen. Die Planung und der Bau des Abfallheizkraftwerkes erfolgen unter äußerst komplexen Rahmenbedingungen, im Rahmen derer selbstverständlich auch all die von Ihnen angesprochenen Aspekte diskutiert werden.
eins beabsichtigt ein Abfallheizkraftwerk zu errichten, welches die Möglichkeit bietet, die Restabfälle der süd-/westsächsischen Region zu verwerten. Schaut man sich hier die Siedlungsabfallbilanzen an, liegt man bei etwa 200.000 Tonnen Restabfällen inkl. sperrigen Abfällen (vgl. Siedlungsabfallbilanz Sachsen:
https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/46303). Daneben sollen auch Gewerbeabfälle mitverbrannt werden, um Schwankungen bei der Restabfallmengen und -zusammensetzung auszugleichen und einen stabilen sicheren Verwertungsprozess sicherzustellen.
Zum Aspekt der saisonalen Nutzung: Ein Abfallheizkraftwerk, welches überwiegend die Restabfälle (Schwarze Tonne) verwerten soll, kann nicht nur im Winter betrieben werden, da die Abfälle kontinuierlich anfallen und die ganzjährige Abnahme und Verwertung des Restmülls notwendig ist. Es wäre im Umkehrschluss unvorstellbar, die Schwarze Tonne beim Bürger nur von November bis Februar abzuholen und im Sommer stehen zu lassen. Eine Aufbereitung für eine Zwischenlagerung ist mit einem erheblichen technischen und logistischen Aufwand verbunden. Dazu gehört das Trennen, Zerkleinern, Trocknen und Konditionieren des Abfalls. All diese Schritte verbrauchen Energie und Ressourcen, die in der direkten Verbrennung nicht erforderlich sind. Diese Aufbereitung verringert die Gesamteffizienz und schlägt sich darüber hinaus auf die Abfallgebühren für die Endverbraucher*innen nieder. Weiterhin entstehen durch die energieintensiven Aufbereitungsprozesse zusätzliche CO₂-Emissionen.
Eine neu zu errichtende, moderne und effiziente Abfallverwertungsanlage in der Region kann die Entsorgungssicherheit direkt vor Ort gewährleisten, längere Transportwege entfielen und es sind stabile Gebühren für die Abfallverwertung zu erwarten. Zudem wird der Anteil der erneuerbaren Wärme im Fernwärmenetz von Chemnitz signifikant erhöht, da im Abfall ein biogener Anteil enthalten ist und es sich dabei laut gesetzlicher Definition um die Nutzung „unvermeidbarer Abwärme“ handelt.