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Fernwärme Kosten und Alternativen

Von "Energie-Erzeugung und Projekte von eins: Ihre Fragen"

Zum Projekt

Sehr geehrte Damen und Herren,

die geplante Umstellung der Energieträger stellt erhebliche Einschnitte für Bürger mit geringen Einkommen/Renten dar. Folgend dazu einige Fragen und Anregungen.

1. Motorenheizkraftwerk im reinen Erdgas- oder Biogasbetrieb.

Es ist davon auszugehen, dass sich durch stärkere Nachfrage vorgenannte Energieträger auch langfristig verteuern. LNG sollte wegen der negativen Ökobilanz und der Kosten ausscheiden. Welche Alternativen kommen in Betracht? Es gibt eine Vielzahl von Technologien (auf welche ich nicht einzeln eingehen möchte) mit welchen es möglich ist, feste Stoffe in gasförmige Stoffe zu überführen. Die Herstellung von entsprechendem Prozessgas ist eine recht einfache Sache. Nach einer entsprechenden Reinigung/Filterung können damit Motoren betrieben werden. Ein separates Holzheizkraftwerk wäre dann auch nicht notwendig. Hier wäre der Wirkungsgrad und auch die Kostenbilanz der Energieträger und der Baukosten zu überprüfen. Nachteil: Die Menge an Feststoffen wird nicht ausreichen, daher muss Gas weiterhin dazu gekauft werden.

2. Herstellung und Betrieb mit Wasserstoff unter Verwendung von Abfall.

Der Wissenschaftliche Dienst des Deutscher Bundestags vom 15. September 2021, Aktenzeichen: WD 8 - 3000 – 075/21, stellt hier einen interessanten Ansatz dar.

In einem geschlossenen System könnte dabei Abfall, auch mit Schadstoffen kontaminiert, zu Wasserstoff generiert werden, um diesen schließlich verdünnt in den Motoren einzuspeisen oder mittels Brennstoffzellen direkt Strom daraus zu gewinnen. Damit wäre auch der geplante Bau einer Müllverbrennungs- Verwertungsanlage vom Tisch.

3. Weiterbetrieb des Kohlekraftwerkes in durchgängigen hohen Bedarf (Winter)

Aus meiner Sicht wäre, trotz steigender Emissionsgebühren, ein Weiterbetrieb des Kohlekraftwerkes in Zeiten durchgängig hoher Abnahme aus Kostengründen und damit der Erhalt des Kraftwerkes naheliegend. Damit meine ich insbesondere den Block mit der Gegendruckturbine. Mit den Motoren könnten dann starke Schwankungen ausgeregelt werden.

4. Fixkosten und variable Kosten (nach tatsächlichen Verbrauch).

Hinsichtlich des Anreizes zum Sparen, bitte ich die Kostentabelle bei der Fernwärme zu überdenken. Die unverhältnismäßige Steigerung bei den Fixkosten für die Abnehmer, vermag sich für mich nicht erschließen.

5. Transparenz für Bürger und Firmen.

Zu den von mir vorgenannten Vorschlägen, als auch von weiteren eingehenden Konstellationen, bitte ich um eine Rückmeldung in Bezug der Machbarkeit und der damit eingehender Kostenentwicklung in Prozent zu den alten Kosten und Gebühren.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Schönherr

Kommentare(5)

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Sehr geehrte Damen und Herren, dankenswerterweise sind Ihre Darlegungen sehr umfangreich. Allerdings kann ich aus sachlicher Sicht nicht allen Argumenten zustimmen. Sicher verursacht bereits die Beabsichtung einer Reaktivierung laufende Kosten. Eine Unmöglichkeit, wie dargelegt, besteht allerdings nicht. An anderer Stelle bzw. Ort wird dies sehr wohl praktiziert. Sie beziehen sich ferner auf das energiepolitische Dreieck. Dabei gebe ich zu bedenken, dass Deutschland keine relevanten Erdgasvorkommen besitzt. Die Gasmotoren können zwar mit Methan betrieben werden. Nicht schlüssig ist für mich die kurzfristige Beschaffung bei einem Erdgasengpass, trotz gesicherten Lieferverträgen in benötigter Menge. Dies trifft gleichsam auch auf Wasserstoff zu. Hierbei gilt es auch den Wirkungsgrad gegenüber einer Brennstoffzelle abzuwägen. Weiterhin ist aus Sicht der Umweltverträglichkeit zu beachten, dass bei Verbrennung von Wasserstoff in Motoren gegenüber einer Brennstoffzelle, Stickoxide (NOx) freigesetzt werden welche erheblich zur Luftverschmutzung beitragen. Weiterhin tangiert die Förderung und der Transport von Erdgas, abhängig auch von der Entfernung, die Umweltverträglichkeit. Hierbei werden erhebliche Mengen von CO2 freigesetzt welche in den Berechnungen überhaupt nicht genannt oder gar beziffert werden. Dabei ist zusätzlich die Freisetzung von Methan zu erwähnen, dieses Gas ist aus Sicht des Klimaschutzes um ein Vielfaches schlimmer als CO2. Ich bitte Sie dazu folgende Fachartikel zu beachten: "Warum Erdgas ein schlechter Ersatz für die Kohle ist" Quelle: www.sueddeutsche.de/wissen/erdgas-heizung-methan-1.4655930 und Fernwärme aus dem Gaskraftwerk? – Das Methanproblem Gas statt Kohle – eine gute Idee? Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V. Mit freundlichen Grüßen Matthias Schönherr
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@Matthias Schönherr Sehr geehrter Herr Schönherr, wie Sie richtig schreiben, verstehen wir die Motorheizkraftwerke als Übergangstechnologie. Für welchen konkreten Zeitraum die MHKW in welchem konkreten Umfang ihren Anteil in unserem Erzeugerpark für eine sichere Versorgung der Stadt haben werden, ist natürlich abhängig von den sich ständig verändernden Rahmenbedingungen, mit denen wir aktuell und auch künftig konfrontiert werden. Eine konkrete Laufzeit können wir zum jetzigen Zeitpunkt also überhaupt noch nicht benennen. Die Gasmotorenwerke können mit Methan betrieben werden und sind darüber hinaus H2-ready, was grundsätzlich die Einsatz-und Laufzeitmöglichkeiten positiv beeinflusst. Die Rechnung zur prozentualen Einsparung von CO2 in Bezug auf die bisherige Erzeugung durch Braunkohleverbrennung bezieht sich auf jeweils ein Jahr. Das Braunkohlekraftwerk hat bislang ca. 1 Mio. Tonnen CO2 p.a. ausgestoßen, die MHKW 400.000 Tonnen p.a.. Ja, korrekt, die CO2-Belastung durch Errichtung und Entsorgung fließt in diese Rechnung nicht ein, allerdings müsste man dann auch konsequenterweise die CO2-Belastung für die damalige Errichtung des Braunkohlekraftwerks (und Entsorgung des HKW I) ebenso mit einpreisen sowie weitere Umwelt-Aspekte wie zum Beispiel anfallende Abfallprodukte (wie z. B. bisher bei der Rauchgasentschwefelung des Kohlekraftwerks). Grundsätzlich hat jede Errichtung einer Erzeugungsanlage eine Vorkette, die CO2 bei der Herstellung von Materialien (Energieverbrauch) und Verbau dieser in der Anlage erzeugt. Zu berücksichtigen ist hierbei auch ein weiterer Aspekt, der den Vergleich beider Erzeugungsformen wesentlich beeinflusst: Die Effizienz. Die Gaskraftwerke haben einen besseren Wirkungsgrad und sind darüber hinaus wesentlich flexibler. Die einzelnen Motorenmodule (Standort Nord sieben, Altchemnitz fünf) lassen sich binnen Sekunden zu- bzw. abschalten und damit sehr zielgenau an die jeweilige Bedarfslage anpassen. Richtigstellen müssen wir: Wir haben zu keinem Zeitpunkt gesagt, dass die Abschaltung gesetzlich vorgeschrieben war. Wie Sie unserer bisherigen Antwort entnehmen können, bezieht sich die aktuelle gesetzliche Vorgabe darauf, bis spätestens 2045 Klimaneutralität zu erreichen. Die Abschaltung wiederum verstehen wir als einen wesentlichen Baustein, dieser Vorgabe künftig gerecht werden zu können. Welche maximale Mehrbelastung von den Zahlen 01.01.2024 aus gesehen wir konkret bis 2030 für angemessen und zumutbar halten, können wir so pauschal nicht sagen. Dies ist von zu vielen Faktoren abhängig und Preisschwankungen kann es in beide Richtungen geben. Grundlage unseres Handelns ist seit jeher das energiepolitische Dreieck, dessen Eckpunkte 1. Versorgungssicherheit, 2. Bezahlbarkeit/Wirtschaftlichkeit sowie 3. Umweltverträglichkeit in gleichen Anteilen in unsere Planungen zur bisherigen Erzeugung eingeflossen sind und in die künftige einfließen werden. Ein herausforderndes Spannungsfeld, wie Sie sich sicher vorstellen können. Gewisse Preisbestandteile, wie beispielsweise die staatlich regulierten Netzentgelte, sind durch uns auch nur zum Teil beeinflussbar. Wenn wir Sie richtig verstanden haben, schlagen Sie vor, das Kohlekraftwerk als Reservekraftwerk vorzuhalten. Dies ist aus technischen, organisatorischen, gesetzlichen und auch wirtschaftlichen Gründen nicht möglich. Sie werden sich vielleicht vorstellen können, welch komplexe Infrastruktur für dieses Kraftwerk vorgehalten werden musste – hier einige Beispiele: langfristige Kohlelieferverträge, Disposition des gesamten Bahnbetriebs, Vorhaltung von Fachpersonal sowie Instandhaltung von allen Anlagen sowie deren Bestandteilen (auch bei Nichtnutzung notwendig, um Verschleiß zu verhindern – Maschinen, Kessel, Förderbänder, Züge und Fahrzeuge, Gebäude, Gleise etc.). Abgesehen davon, dass dies nicht praktikabel ist, würden sich diese Maßnahmen dann zusätzlich im Preis niederschlagen müssen. Einzelne Komponenten des alten Kraftwerks weiter im neuen zu verwenden, ist nicht nur „altersbedingt“ problematisch, sondern vor allem aus sicherheitstechnischen Gründen und aus Gründen der nicht vorhandenen Kompatibilität ausgeschlossen. Nichtsdestotrotz erfolgt der Rückbau nachhaltig und eine Weiternutzung vieler Bestandteile wird angestrebt. So wird bspw. der Beton gereinigt und von Metallen befreit, um für den Straßenbau verwendet werden zu können. Freundliche Grüße von eins energie in sachsen
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Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Eigentlich hatte ich gehofft, zielführende Antworten auf anstehende Fragen mit belastbaren Fakten und Zahlen zu erhalten. Soweit ich den Medien entnehmen konnte, wurde ein Motorenkraftwerk mit einer Investitionssumme von 200 Millionen zur Sicherstellung von Strom und Fernwärme für 68000 Haushalte installiert. Dabei handelt es sich um eine Übergangslösung für lediglich 15 Jahre. Die dargelegte Einsparung von CO2 ist damit nicht stimmig. Die Ökobilanz ist wesentlich schlechter. Bei dieser Kurzzeit Investition ist eben nicht nur die die wirtschaftliche Komponente und CO2 Belastung, sondern der sämtliche Ressourcen Verbrauch, einschließlich eben die CO2 Belastung für die Errichtung und Entsorgung dieser Anlage mit einzubeziehen. Diese Zahlen haben Sie nicht ausgewiesen. Damit wäre zu hinterfragen, ob es nicht besser gewesen wäre, rechtzeitig, von Anfang an, eine nachhaltige Anlage mit langer Laufzeit zu planen. Eine Abschaltung des Kraftwerkes war zum jetzigen Zeitpunkt, so wie dargelegt, überhaupt nicht aus gesetzlichen Gründen notwendig. Bis März 2024 wurde sogar eine Inbetriebnahme von einer nicht unerheblichen Anzahl von Kohle Reservekraftwerken gesetzlich geregelt, ohne dass diese Kraftwerke unmittelbar ab April 2024 abgerissen werden müssen. Die langfristige Versorgungssicherheit von Erdgas, Biogas, Synthesegas, Wasserstoff usw. ist zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht gesichert. Momentan warnt die Bundesnetzagentur noch nicht davor, merkt aber an: „ … Unternehmen und private Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich weiterhin auf schwankende Preise und ein höheres Preisniveau einstellen.“ Bei dem weiteren Ausbau dieser Art vermeintlich ökologischen, aber bereits jetzt kostenintensiven „Zwischenlösungen“, wird sich die Lage offenkundig noch verschärfen. Welche maximale Mehrbelastung von den Zahlen 01.01.2024 aus gesehen würden Sie konkret (Angaben in Prozent) bis 2030 für angemessen und zumutbar halten? Frage: Weshalb lässt man eigentlich, bevor die Planungen für ein neues Kraftwerk vollumfänglich abgeschossen sind, das Kraftwerk in Chemnitz nicht einfach als eine Art Reservekraftwerk stehen? Selbst bei einer Neuerrichtung lassen sich Komponenten eines Kraftwerkes aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht wiederverwenden. Die Preis- und Versorgungssicherheit ist ein Anliegen von Bürgern und der Industrie in Chemnitz. Mit freundlichen Grüßen Matthias Schönherr
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@Matthias Schönherr Sehr geehrter Herr Schönherr, vielen Dank noch mal für Ihr Interesse, bitte entschuldigen Sie unsere verspätete Rückmeldung. Wie Sie sicher in den Medien verfolgt haben, ist eins am 18. Januar 2024 wie geplant aus der Braunkohleverbrennung ausgestiegen. Durch die Außerbetriebnahme des HKW II verringert sich der CO2-Ausstoß um 60 Prozent, was ein elementar wichtiger Schritt für uns ist, um spätestens 2045 weitgehende Klimaneutralität zu erreichen. Dies ist nicht nur gesetzliche Vorgabe, sondern aus unserer Sicht auch ein verantwortungsbewusster Schritt in Hinblick auf zukünftige Generationen. Ihre Anregung, das Braunkohlekraftwerk weiter zu betreiben, erübrigt sich dadurch. Ein Teilbetrieb ist nicht möglich. Der Entscheidung für den Ausstieg lagen langjährige Planungen zugrunde. Neben der notwendigen CO2-Reduzierung ist ein weiterer Vorteil der Gasmotoren vor allem die Flexibilität. Innerhalb weniger Minuten können die einzelnen Module bei Bedarf zugeschaltet und in ihrer Leistungsabgabe geregelt werden. Grundsätzlich können die mit Methan betriebenen Gasmotorenwerke Erdgas, Biogas oder synthetisches Gas verbrennen. In der aktuellen Ausführung können sie auch mit einem Erdgas-Wasserstoff-Gemisch betrieben werden. Wir verstehen die Gasmotoren als Brückentechnologie hin zu einer dekarbonisierten Versorgung. In Planung sind hier zum Beispiel Großwärmepumpen am Standort Nord. Zum Stand der Planungen für ein Abfallheizkraftwerk können wir aktuell noch nichts Neues sagen. Uns sind Projekte bekannt, in denen ein Abfallheizkraftwerk dafür genutzt wird, um Wasserstoff herzustellen. In unsere Planungen fließen viele verschiedene Impulse und Technologieoptionen ein. Grundsätzlich betreiben wir Großanlagen, die natürlich etabliert sein und im Gesamterzeugerpark funktionieren müssen. Zu den Kosten in der Fernwärme: Notwendig wurde die Anpassung der Preise durch die Umstellung der Fernwärmeerzeugung in Chemnitz von Kohle auf Erdgas zum 01.01.2024. Dadurch besteht die Pflicht zur Umstellung der Preisgleitformel ab 2024. Neben neuen Regelungen zur Vor- und Rücklauftemperatur wurden die Sekundär- und Primärversorgung zusammengeführt. Maßgeblich sind auch die Preisentwicklungen auf dem Gasmarkt im zurückliegenden Zeitraum, die insbesondere krisenbedingt ein deutlich höheres Niveau hatten als der damals bestehende Kohleliefervertrag. Trotz dieser Entwicklung bleibt eins im mittleren Marktsegment. Zudem besteht die Aussicht auf sinkende Preise, wenn sich die Lage auf dem Gasmarkt weiter nachhaltig beruhigt. Die Anpassung lag zum 1.1. 2024 bei einem Abnahmefall 100 kW, 150.000 kWh/Jahr bei circa 45 Prozent im Mischpreis über alle Kunden von eins. Individuelle Beispiele können je nach vorheriger Anschlusssituation (primär/ sekundär) und der zukünftigen Einordnung des Kunden/der Kundin bzw. des Vermieters in die Grundpreismatrix davon abweichen. eins verdient nicht zusätzlich an den neuen Preisen. Die Preise liegen auf oder sogar unter dem Niveau anderer Vergleichsunternehmen. Freundliche Grüße Ihre eins energie in sachsen
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Sehr geehrter Herr Schönherr, vielen Dank für Ihre Fragen und Anregungen, die wir Ihnen gern beantworten. Aufgrund der Komplexität der Thematik sind mehrere Fachabteilungen in die Beantwortung involviert. Wir melden uns Anfang des neuen Jahres dazu an dieser Stelle zurück. Bis dahin viele Grüße und einen guten Start in 2024, Ihre eins energie in sachsen
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